Chirurgische Maßnahmen gegen wackelnde Prothesen Praxis Dr. Stepke in Köln

Ein großes Ärgernis für Prothesen-Träger sind schlecht sitzende, wackelnde, drückende oder Entzündung hervorrufende Prothesen. Es gibt viele Menschen, bei denen so viele Zähne verlustig gegangen sind, dass ein eingewurzelter Zahnersatz nur noch mit hohem Aufwand denkbar ist. Es besteht die Möglichkeit, eine sogenannte Pfeilervermehrung durch Implantate herbeizuführen, um zu erreichen, dass hier wieder ein fester Zahnersatz eingeordnet werden kann.

Neben dem Aufwand in operativer und finanzieller Hinsicht, vor dem sich viele Patienten scheuen, besteht die die Möglichkeit Patienten einen Zahnersatz zum herausnehmen anzufertigen. Ein guter Sitz ist hier ohne Probleme zu erreichen, da uns moderne Verfahren zur Verbesserung des Sitzens zur Verfügung stehen.

Enorme chirurgische Maßnahmen zur Optimierung des Prothesensitzes sind neben den oben genannten Implantaten (es reichen hier oftmals zwei – vier Implantate um eine Prothese „bombenfest“ zu befestigen), Mittel der absoluten und relativen Alveolarkammerhöhung.

Im Oberkiefer sitzen die Prothesen wesentlich durch einen Saugeffekt. Die Prothesen im Unterkiefer sitzen durch die Einbettung in ein funktionelles Muskelspiel zwischen Lippen, Kaumuskulatur und Mundboden. Der Halt ist durch die Höhe des Knochens bestimmt (Alveolarfortsatzes), welcher auf der Prothese aufgesetzt wird, auf dem Knochen, in dem Früher die Zähne verankert waren.

Es kann Probleme mit der Prothese geben, wenn aufgrund von Entzündungen oder anderen Prozessen ein vermehrter Knochenabbau eingetroffen ist. Auch wenn man sehr lange zahnlos war tritt dies auf. Egal ob es einzelne Regionen oder den ganzen Kiefer betrifft. Zu einem Knochenschwund kommt es, wenn keine funktionelle Belastung auf den Knochen, d. h. keine natürliche Kraftübertragung stattfindet. Das ist die sogenannte Atrophie.

Ein zurückgebildeter (Atrophischer) Knochen kann absolut oder relativ aufgebaut werden. Eine Erhöhung oder auch eine Vermehrung des Knochens durch unterschiedliche Techniken wird als absoluter Aufbau bezeichnet. Vor allem die Distraktionsosteogenese hat hier in letzter Zeit Verwendung gefunden. Das bedeutet ein Auseinanderziehen eines zuvor geschwächten Knochens.
In diesem Fall entsteht ein sogenannter Kallus, der verlängert, verbreitert und dann anderweitig geformt werden kann.

Der zeitige Knochenaufbau ist die andere Möglichkeit. Dabei erfolgt der Aufbau anhand künstlichen oder eigenen Knochens, der aus anderen Körperregionen erworben wurde.

Es besteht nebenbei auch die Möglichkeit des relativem Knochenaufbaus, wo nicht der Alveolarfortsatz absolut aufgebaut, stattdessen die um ihn herum liegenden Strukturen vertieft, was dadurch auch zu einer relativen Erhöhung führt. Eine große Bedeutung hat in diesem Zusammenhang vor allem die Mundbodenplastik und die Vestibulumplastik. Dies ist eine sehr hilfreiche und für die Patienten selbst wenig belastende operative Technik, auch wenn sie bei einigen Chirurgen wegen der zunehmenden Bedeutung der Implantate in den Hintergrund getreten ist. Diese ist eine wesentliche Technik, die zu einem verbesserten Prothesensitz führen kann.

Hierbei handelt es sich um eine Vertiefung des Mundvorhofs oder ein Tiefersetzen der Mundbodenmuskulatur, das bedeutet der Muskelzüge, die zungenseits des Unterkieferknochens anknüpfen. Durch diesen Vorgang erreicht man eine Vertiefung und somit auch die Möglichkeit einen sehr guten Prothesenhalt zu erreichen. Aus unserer Sicht ist es wichtig, dass in einer versierten Facharztpraxis diese ganzen Techniken beherrscht und individuell zum Einsatz gebracht werden können. Nicht angemessen ist nur noch die Möglichkeiten der Implantologie zu nutzen, da die traditionellen Verfahren bei bestimmten Krankheitsbildern und den individuellen Gegebenheiten des Patienten ihre Berechtigung haben.